

Tilo vs. Le Mans
Tatsächlich war es ChatGPT, der mir Anfang 2025 dieses Event –die 24 Std. von Le Mans auf Inlinen Skates– vorschlug. Ich wollte gerne mal etwas auf Rollen machen. Es gibt bei diesem Rennen eine Solo-Kategorie? Die Anmeldung öffnet übermorgen? Perfekt. Die Strecke ist zudem ein sporthistorischer Mythos: der Bugatti Circuit in Le Mans. Ganz genau: der Buguatti Circuit in Le Mans! Es gab keinen Grund mehr „nein“ zu sagen.
Besonders an diesem Projekt war, dass ich gar kein Inline-Skater war. Für Le Mans habe ich mich gezielt vorbereitet und in den sechs Monaten vor dem Rennen intensiv trainiert – Naja, der erste Monat ging leider dafür drauf, Rennskates in Schuhgröße 50 zu finden. Leider ein aussichtsloses Unterfangen, also musste es dann mit Fitness-Skates funktionieren. Nun galt es, 5 Monate lang ein völlig neues sportliches Terrain zu erobern und dort auch den internationalen Vergleich anzutreten.
Vorbereitung



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Tag X
Der Startschuss fiel am Samstag, 12. Juni 2025 um 16:00 Uhr – bei rund 37 Grad. Schatten gab es praktisch keinen. Schon in den ersten Rennstunden wurde klar, dass dieses Rennen weniger ein Tempo- als ein Hitzekampf werden würde. Zahlreiche Teilnehmer mussten das Rennen frühzeitig abbrechen.
Die Strecke ist anspruchsvoll: Nach dem Start geht es etwa einen Kilometer bergauf bis zum legendären Dunlop-Bogen. Von dort schlängelt sich der Kurs mit schnellen, engen Kurven zurück Richtung Ziel. Eine Runde misst knapp 4,2 Kilometer und verlangt volle Konzentration.
Nach rund fünf Rennstunden zeigten sich bei mir deutliche Warnsignale: Schwächegefühl, Muskelkrämpfe und kurzzeitig eingeschränktes Hörvermögen. Gemeinsam mit meinem Boxenteam entschieden wir uns für eine längere Pause im Schatten. Diese kostete Plätze, ermöglichte aber die Fortsetzung des Rennens.
Mit Einbruch der Nacht sanken die Temperaturen, und das Rennen änderte seinen Charakter. In der kühleren Luft fand ich zurück in einen stabilen Rhythmus. Runde um Runde ließ sich nun kontrolliert fahren. Der Sonnenaufgang am Sonntagmorgen am Dunlop-Hill wurde zum emotionalen Höhepunkt des Rennens.
Am Sonntagmittag kehrte die Hitze zurück, doch der Rhythmus blieb. Nach exakt 24 Stunden führte die letzte Runde über die ikonische Zielgerade zwischen den Tribünen. Am Ende standen Platz 25 von knapp 100 gestarteten Solofahrern und 276 absolvierte Kilometer – ein intensives Rennen auf einer der legendärsten Rennstrecken der Welt.






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